Häufige Fragen von ZIVILDIENERN rund um das Corona-Virus

  1. Welche Schutzvorschriften gelten für Zivildiener? Welche Schutzkleidung muss mir meine Einrichtung zur Verfügung stellen?
  2. Ich habe Angst vor Infektionsgefahr und will daher bestimmte Tätigkeiten nicht verrichten.
  3. Wie ist das mit der 24-Tage-Krankenstandsregelung?
  4. Ich habe KEINE Symptome von Influenza oder COVID-19. Da ich aber im Ausland war oder Kontakt zu infizierten Personen hatte, will meine Einrichtung, dass ich zu Hause bleibe. Ist das erlaubt?
  5. Über mich wurde behördlich eine Quarantäne verhängt. Was ist zu tun?
  6. Was muss ich tun, wenn ich Krankheitssymptome von Influenza oder COVID-19 habe?
  7. Meine Zivildienst-Einrichtung wurde geschlossen. Was ist zu beachten?
  8. Wo erhalte ich allgemeine Informationen zum „Corona-Virus“?
  9. Werden Personen, die einen Freiwilligendienst im Ausland leisten, nach Österreich zurückgeholt?

1. Welche Schutzvorschriften gelten für Zivildiener? Welche Schutzkleidung muss mir meine Einrichtung zur Verfügung stellen?

Die diesbezügliche Bestimmung findet sich in § 38 Abs. 4 ZDG:

„Die Verpflichtung des Rechtsträgers der Einrichtung, für den Schutz des Lebens, der Gesundheit und der Sittlichkeit der Zivildienstleistenden bei Ausübung ihres Dienstes vorzusorgen, richtet sich nach den Rechtsvorschriften für diejenigen Personen, die bei der Einrichtung mit im wesentlichen gleichartigen Dienstleistungen beschäftigt sind.“

Daher gelten jene Arbeitnehmerschutzbestimmungen, die für hauptamtliche MitarbeiterInnen gelten, auch für Sie.

Sie haben auch die gleichen Arbeitnehmerschutzgegenstände zu erhalten, wie die sonst in der Einrichtung – mit im wesentlich gleichartigen Dienstleistungen – beschäftigten Personen.

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2. Ich habe Angst vor Infektionsgefahr und will daher bestimmte Tätigkeiten nicht verrichten.

Sie unterliegen den Schutzbestimmungen, die auch für sonstige MitarbeiterInnen in der Einrichtung gelten, die im Wesentlichen gleichartige Dienstleistungen verrichten.

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3. Wie ist das mit der 24-Tage-Krankenstandsregelung?

Wenn ein Zivildiener in Summe 24 Kalendertage im Krankenstand bzw. aus gesundheitlichen Gründen dienstunfähig ist, ist er mit Ablauf des 24. Kalendertages automatisch aus dem Zivildienst entlassen. Die Entlassung gilt ex lege – also automatisch.

Wenn eine krankheitsbedingte Dienstunfähigkeit – etwa aufgrund einer Corona-Ansteckung – nachweislich auf eine Gesundheitsschädigung infolge des Zivildienstes zurückzuführen ist, werden die entsprechenden Krankenstandstage nicht in die 24-Tage-Summe eingerechnet – außer, wenn der Zivildiener damit einverstanden ist. Der Zivildiener ist jedoch verpflichtet, eine Gesundheitsschädigung, die auf den Zivildienst zurückzuführen ist, unverzüglich der/dem Vorgesetzten bekannt zu geben.

Für „Verlängerer“: Für Zivildiener, deren Zivildienst ab 1. April 2020 mit Bescheid verlängert wurde, beginnt die Zählung der Krankenstandstage ab 1. April 2020 wieder bei Null.

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4. Ich habe KEINE Symptome von Influenza oder COVID-19. Da ich aber im Ausland war oder Kontakt zu infizierten Personen hatte, will meine Einrichtung, dass ich zu Hause bleibe. Ist das erlaubt?

Bei einem Verdacht auf Erkrankung hat Ihre Einrichtung – je nach Sachverhalt, Tätigkeitsbereich der Einrichtung, Wahrscheinlichkeit der Ansteckung – die Möglichkeit, Ihnen für den Inkubationszeitraum eine Sonderdienstfreistellung zu geben. Diese kann bis zu einer Woche gewährt werden. (§23b ZDG) Für einen darüberhinausgehenden Zeitraum ist – bei entsprechender Dokumentation – ein „entschuldigtes Fernbleiben vom Dienst“ anzunehmen. Der gesamte Sachverhalt wird von der Einrichtung dokumentiert (inklusive festgelegtem Enddatum der entschuldigten Abwesenheit).

Die Einrichtung kann Ihnen eine dienstliche Weisung erteilen, dass Sie sich am Ende eines vorab festgelegten Zeitraums einer ärztlichen Untersuchung unterziehen müssen und Ihr Arzt zu bestätigen hat, dass Sie keine Symptome aufweisen.

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5. Über mich wurde behördlich eine Quarantäne verhängt. Was ist zu tun?

Bitte melden Sie dies umgehend an Ihre Einrichtung!

Zeiten behördlicher Quarantäne gelten als entschuldigte Fehlzeiten, solange Sie nicht erkrankt sind. (Bei einer Erkrankung sind die Tage in behördlicher Quarantäne bis zum Zeitpunkt eines Krankheitsausbruchs voll anzurechnen. Ab einer Erkrankung werden die Krankenstandstage in die 24-Tage-Frist des § 19a ZDG eingerechnet.)

Die finanziellen Bezüge, die Ihnen während des Zivildienstes zustehen, erhalten Sie weiterhin.

Nach Ende der Quarantänezeit (ohne Krankheitsausbruch) müssen Sie einen Hausarzt aufsuchen und nach einer ärztlichen Untersuchung den Dienst wieder antreten. Es muss ein ausreichend langer gesunder Zustand vorliegen, der ärztlich qualifiziert wird.

Bei einem etwaigen Krankheitsbeginn müssen Sie sich bei der/dem Vorgesetzten telefonisch melden. Für weitere Infos siehe unter Frage Was muss ich tun, wenn ich Krankheitssymptome von Influenza oder COVID-19 habe?

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6. Was muss ich tun, wenn ich Krankheitssymptome von Influenza oder COVID-19 habe?

  • Sie müssen sich umgehend telefonisch bei Ihrem/Ihrer Vorgesetzten krankmelden und Ihren Aufenthaltsort bekannt geben.
  • Außerdem müssen Ihren Hausarzt TELEFONISCH kontaktieren. Zusätzlich sollten Sie auch beim Gesundheitstelefon 1450 anrufen.
  • Wenn eine ärztliche Untersuchung nicht möglich sein sollte bzw. von einer solchen - aufgrund der Symptomatik - vom Arzt abgeraten wird, kann die Übermittlung einer Krankenstandsbestätigung an den/die Vorgesetzte vorläufig unterbleiben.
  • Ihr Hausarzt hat Sie dennoch bei der Österreichischen Gesundheitskasse krankzumelden (genauso wie jeden anderen österreichischen Arbeitnehmer bei gleichen Symptomen). Auch ein Krankenstand mit derartiger Symptomatik muss ärztlich dokumentiert sein!
  • Nach Ihrer Genesung müssen Sie sich von Ihrem Hausarzt – ausnahmsweise rückwirkend – krankschreiben bzw. wieder gesundschreiben zu lassen.

Falls der/die Vorgesetzte begründete Zweifel an Ihrer Erkrankung hat, hat er/sie das Recht, einen Vertrauensarzt der Einrichtung an den von Ihnen bekannt gegebenen Aufenthalt zu entsenden und eine Untersuchung durch einen Vertrauensarzt zu veranlassen.

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7. Meine Zivildienst-Einrichtung wurde geschlossen. Was ist zu beachten?

Wenn der/die Vorgesetzte Ihnen mitteilt, dass Sie – aufgrund der vorübergehenden Schließung der Einrichtung – für einen bestimmten Zeitraum keinen Dienst in der Einrichtung leisten können, sind Sie für diesen Zeitraum entschuldigt vom Dienst fern.

Beginn- und Enddatum der entschuldigten Dienstabwesenheit wird Ihnen von der/dem Vorgesetzten bekannt gegeben! Außerdem hat der/die Vorgesetzte die Zivildienstserviceagentur darüber zu informieren.

Der Zeitraum der entschuldigten Dienstabwesenheit wird als Zivildienst angerechnet. Sie erhalten weiterhin die Zivildienst-Bezüge, die Ihnen für diesen Zeitraum zustehen.

Achtung: Es ist nicht erlaubt, dass Sie ohne Rücksprache mit der/dem Vorgesetzten vom Dienst fernbleiben!

Beachten Sie außerdem, dass die Zivildienstserviceagentur auch das Recht hat, ein Versetzungs- oder Unterbrechungsverfahren durchzuführen.

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8. Wo erhalte ich allgemeine Informationen zum „Corona-Virus“?

Das Gesundheits-, Außen- und Bildungsministerium sowie die "Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit" (AGES) veröffentlichen auf ihren Homepages zahlreiche, aktualisierte Informationen rund um das Corona-Virus.

Links:

Allgemeine Fragen zu Coronavirus-Übertragung, Symptomen und Vorbeugung beantwortet die AGES unter 0800 555 621.

Bei Verdacht auf eine COVID19-Erkrankung rufen Sie bitte 1450 an. Beide Telefon-Hotlines sind 24 Stunden täglich erreichbar.

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9. Werden Personen, die einen Freiwilligendienst im Ausland leisten, nach Österreich zurückgeholt?

Für Freiwilligendiensten im In- und Ausland ist das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz zuständig. Wenden Sie sich deshalb bitte an die unter http://www.freiwilligenweb.at/de/service/kontakt  genannten Ansprechpartner.

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