Häufige Fragen von VORGESETZTEN der Zivildiener rund um das Corona-Virus

  1. Welche Schutzvorschriften gelten für Zivildiener? Welche Schutzkleidung habe ich meinen Zivildienern zur Verfügung zu stellen?
  2. Die Einrichtung wird vorübergehend geschlossen. Was ist zu beachten?
  3. Der Zivildiener zeigt (noch) keine Symptome, war aber im Ausland oder hatte Kontakt zu infizierten Personen. Können Einrichtungen, die in sensiblen Bereichen tätig sind – wie beispielsweise in der Altenbetreuung – dem Zivildiener aufgrund des hohen Risikos verbieten, während der Inkubationszeit die Einrichtung/das Gebäude zu betreten?
  4. Über einen Zivildiener wurde behördlich eine Quarantäne verhängt. Was ist zu tun?
  5. Der Zivildiener zeigt Krankheitssymptome von Influenza oder COVID-19. Was ist zu tun?
  6. Was ist zu tun, wenn die Einrichtung beim Dienstantritt neuer Zivildiener eine gemeinsame Einschulung oder eine Gesundheitsuntersuchung vorsieht – die Personenanzahl aber über der maximal erlaubten Anzahl für Indoor-Veranstaltungen liegt?
  7. Der Zivildiener hat Angst vor einer Infektion und weigert sich, Tätigkeiten zu verrichten.
  8. Wo erhalte ich aktuelle Informationen zum „Coruna-Virus“?

1. Welche Schutzvorschriften gelten für Zivildiener? Welche Schutzkleidung habe ich meinen Zivildienern zur Verfügung zu stellen?

Die diesbezügliche Bestimmung findet sich in § 38 Abs. 4 ZDG:

„Die Verpflichtung des Rechtsträgers der Einrichtung, für den Schutz des Lebens, der Gesundheit und der Sittlichkeit der Zivildienstleistenden bei Ausübung ihres Dienstes vorzusorgen, richtet sich nach den Rechtsvorschriften für diejenigen Personen, die bei der Einrichtung mit im wesentlichen gleichartigen Dienstleistungen beschäftigt sind.“

Daher sind jene Arbeitnehmerschutzbestimmungen auf Ihre Zivildiener anzuwenden, die auch für Ihre hauptamtlichen MitarbeiterInnen gelten.

Somit sind Zivildiener auch mit genau den gleichen Arbeitnehmerschutzgegenständen auszustatten, wie die sonst in der Einrichtung mit im wesentlich gleichartigen Dienstleistungen beschäftigten Personen.

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2. Die Einrichtung wird vorübergehend geschlossen. Was ist zu beachten?

Wenn die Einrichtung vorübergehend geschlossen wird, und der Zivildiener folglich keinen Dienst leisten kann, muss die Zivildienstserviceagentur umgehend informiert werden. Schreiben Sie bitte eine E-Mail an info@zivildienst.gv.at mit folgenden Angaben:

  • Name und Anschrift der Einrichtung
  • Name und Zivildienstzahl des Zivildieners 
  • Datum, ab dem die Einrichtung vorübergehend geschlossen ist und der Zivildiener folglich keinen Dienst leisten kann.

Wenn ein Zivildiener aufgrund der vorübergehenden Schließung der Einrichtung keinen Dienst leisten kann, gilt er als entschuldigt vom Dienst fern. Die Tage ab dem Schließen der Einrichtung werden als Zivildienst angerechnet. Dokumentieren Sie den Sachverhalt und vermerken Sie den Zeitraum bitte als entschuldigte Dienstabwesenheit in den Dienstaufzeichnungen.

Die Einrichtung muss dem Zivildiener die ihm zustehenden Bezüge weiterhin auszahlen.

Sobald der Zivildiener seinen Dienst wieder aufnehmen kann, teilen Sie dies bitte umgehend der Zivildienstserviceagentur an info@zivildienst.gv.at mit.

Beachten Sie bitte, dass die Zivildienstserviceagentur auch das Recht hat, ein Versetzungs- oder Unterbrechungsverfahren durchzuführen.

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3. Der Zivildiener zeigt (noch) keine Symptome, war aber im Ausland oder hatte Kontakt zu infizierten Personen. Können Einrichtungen, die in sensiblen Bereichen tätig sind – wie beispielsweise in der Altenbetreuung – dem Zivildiener aufgrund des hohen Risikos verbieten, während der Inkubationszeit die Einrichtung/das Gebäude zu betreten?

Bei einem Verdacht auf Erkrankung besteht – je nach Sachverhalt, Tätigkeitsbereich der Einrichtung, Wahrscheinlichkeit der Ansteckung – die Möglichkeit, dem Zivildiener für den Inkubationszeitraum eine Sonderdienstfreistellung zu geben. Diese kann bis zu einer Woche gewährt werden. (§23b ZDG) Für einen darüberhinausgehenden Zeitraum ist – bei entsprechender Dokumentation – ein „entschuldigtes Fernbleiben vom Dienst“ anzunehmen.

Der gesamte Sachverhalt ist zu dokumentieren und in den Dienstaufzeichnungen zu vermerken.

Gleichzeitig sollte dem Zivildiener die schriftliche dienstliche Weisung erteilt werden, dass er sich am Ende eines vorab festgelegten Zeitraums ärztlich untersuchen lassen und beim Dienstantritt eine ärztliche Bestätigung übermitteln muss, dass keine Symptome vorliegen.

Die Tage einer solchen Abwesenheit zählen NICHT in 24-Tages-Frist des § 19a ZDG.

 

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4. Über einen Zivildiener wurde behördlich eine Quarantäne verhängt. Was ist zu tun?

Bitte umgehende Meldung an die Zivildienstserviceagentur! Zeiten behördlicher Quarantäne gelten als entschuldigte Fehlzeiten.

Die Einrichtung muss ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Zivildiener nachkommen. Nach Ende der Quarantänezeit (ohne Krankheitsausbruch) muss der Zivildiener den Hausarzt kontaktieren und nach einer ärztlichen Untersuchung den Dienst wieder aufnehmen. Es muss ein ausreichend langer gesunder Zustand vorliegen, der ärztlich qualifiziert wird.

Zeiten in behördlicher Quarantäne sind grundsätzlich voll anzurechnen, außer, wenn der Zivildiener tatsächlich erkrankt (ist). Für weitere Infos siehe unter Frage Der Zivildiener zeigt Krankheitssymptome von Influenza oder COVID-19. Was ist zu tun?

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5. Der Zivildiener zeigt Krankheitssymptome von Influenza oder COVID-19. Was ist zu tun?

  • Der Zivildiener muss sich umgehend telefonisch bei der/dem Vorgesetzten krankmelden und seinen Aufenthaltsort bekannt geben
  • Der Zivildiener muss seinen Hausarzt TELEFONISCH kontaktieren. Zusätzlich sollte er auch beim Gesundheitstelefon 1450 anrufen.
  • Wenn eine ärztliche Untersuchung nicht möglich sein sollte bzw. von einer solchen – aufgrund der Symptomatik – vom Arzt abgeraten wird, kann die Übermittlung einer Krankenstandsbestätigung an den/die Vorgesetzte unterbleiben.
  • Der Hausarzt hat den Zivildiener jedoch (genauso wie jeden anderen österreichischen Arbeitnehmer auch) bei der Österreichischen Gesundheitskasse krankzumelden. (Der Krankenstand muss also auch ärztlich dokumentiert sein.)
  • Nach der Genesung muss sich der Zivildiener von seinem Hausarzt rückwirkend krankschreiben bzw. in weiterer Folge gesundschreiben lassen. Der Zivildiener muss diese Krankmeldung (Gesundmeldung) an die Einrichtung übermitteln.
  • Die Krankenstandstage sind in die 24-Tagesfrist des § 19a ZDG einzurechnen.

Falls der/die Vorgesetzte begründete Zweifel hat – beispielsweise bei einer telefonischen Krankmeldung – kann er/sie den Zivildiener mit einer Dienstanweisung zu einem Vertrauensarzt der Einrichtung schicken oder den Vertrauensarzt ersuchen, einen Hausbesuch beim Zivildiener vorzunehmen.

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6. Was ist zu tun, wenn die Einrichtung beim Dienstantritt neuer Zivildiener eine gemeinsame Einschulung oder eine Gesundheitsuntersuchung vorsieht – die Personenanzahl aber über der maximal erlaubten Anzahl für Indoor-Veranstaltungen liegt?

In diesem Fall haben die Antritte nicht gesammelt in der Einrichtung zu erfolgen, sondern auf Gruppen aufgeteilt in den jeweiligen Einsatzstellen oder in zeitlichem Abstand in der Einrichtung.

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7. Der Zivildiener hat Angst vor einer Infektion und weigert sich, Tätigkeiten zu verrichten.

Weisen Sie den Zivildiener bitte darauf hin, dass für Zivildiener und „normale“ ArbeitnehmerInnen die gleichen Schutzbestimmungen gelten und dass diese Tätigkeiten auch vom hauptamtlichen Personal in der Einrichtung zu verrichten sind - und auch verrichtet werden.

Falls er sich dennoch weigern sollte, erteilen Sie ihm bitte eine schriftliche Weisung und erstatten Sie im Falle einer neuerlichen Weigerung eine Anzeige bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde. (Zuständig ist jene Bezirksverwaltungsbehörde, in deren Sprengel die Weigerung erfolgt ist.)

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8. Wo erhalte ich aktuelle Informationen zum „Coruna-Virus“?

Das Gesundheits-, Außen- und Bildungsministerium sowie die "Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit" (AGES) veröffentlichen auf ihren Homepages zahlreiche, aktualisierte Informationen rund um das Corona-Virus.

Links:

Allgemeine Fragen zu Coronavirus-Übertragung, Symptomen und Vorbeugung beantwortet die AGES unter 0800 555 621.

Bei Verdacht auf eine COVID19-Erkrankung rufen Sie bitte 1450 an. Beide Telefon-Hotlines sind 24 Stunden täglich erreichbar.

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